Was verbirgt sich hinter roten Augen
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Symbolbild

Rötungen im Auge entstehen meist durch eine leichte Reizung. Doch was kann diese auslösen und wann ist ein Augenarztbesuch nötig?

Unsere Augen sind sehr empfindlich. Durch verschiedene Ursachen können sie sich röten. Dann weiten sich die kleinen Blutgefäße im Auge und werden stärker durchblutet. Manchmal können sie auch platzen und ein Bluterguss entsteht. Das sieht auf den ersten Blick meist schlimmer aus als es ist. Denn es gibt viele harmlose Ursachen für gerötete Augen, die keine oder nur milde Beschwerden mit sich bringen. In diesen Fällen kann Ihre Apotheke Ihnen helfen – je nach Ursache – das richtige Medikament zu finden. Zeigen sich jedoch weitere Symptome wie Schmerzen oder Sehstörungen oder treten weitere Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit auf, ist dringend ein Augenarzt oder eine Augenklinik aufzusuchen!  

Gerötete Augen durch Reizung

Meistens steckt hinter geröteten Augen eine Reizung des Sehorgans. Beispielsweise durch:

Bei einer allergischen Reaktion sind häufig auch die Augen betroffen. Vor allem bei Allergien gegen Pollen, Gräser, Hausstaub und Tierhaare leiden die Betroffenen neben Niesreiz auch unter juckenden Augen. Der Juckreiz verleitet dazu, die Augen zu reiben, was zu geröteten Augen führen kann. Antiallergische Augentropfen lindern den Juckreiz und die Reizung.
Unsere Augen benötigen ausreichend Flüssigkeit. Es gibt jedoch einige Faktoren, die zu trockenen Augen führen können, zum Beispiel geheizte Raumluft, lange Bildschirmarbeit, Müdigkeit, Kontaktlinsen oder starker Wind. Trockene Augen können auch eine Alterserscheinung sein. Durch die fehlende Feuchtigkeit entsteht beim Blinzeln mehr Reibung, dies kann die Ursache von geröteten Augen sein. Gegen trockene Augen gibt es eine Vielzahl an Augensalben, -tropfen und -gele zur Befeuchtung. Als häufigstes Tränenersatzmittel wird Hyaluronsäure eingesetzt, da sie ein hohes Wasserbindungsvermögen hat und gut auf der Augenoberfläche haften kann. Liegt auch ein Lipidmangel in der Tränenflüssigkeit vor, sollten hier kombinierte Präparate verwendet werden. Beide eignen sich für eine dauerhafte Anwendung.
Gelangt ein winziger Fremdkörper wie ein Sandkorn, Staub oder eine Wimper ins Auge, versuchen wir, ihn durch Reiben und vermehrte Tränenabsonderung wieder zu entfernen. Dabei wird das Auge gereizt und kann sich röten. Hier helfen vor allem Euphrasia-Augentropfen, die es auch in homöopathischer Form gibt. Ist man sich nicht sicher, ob der Fremdkörper entfernt wurde oder ist etwas Größeres ins Auge gelangt, sollte man einen Augenarzt aufsuchen.
Wimperntusche, Lidschatten, Kajalstift oder Feuchtigkeitscremes können das Auge reizen. Dies fällt besonders dann auf, wenn ein neues Produkt verwendet wurde. Häufig sind dann besonders die Lidränder gerötet. Stellen sich Kosmetika als unverträglich heraus, sollten man sie sofort absetzen. Es gibt spezielle Produkte für empfindliche Augen, in Ihrer Apotheke sind alle Kosmetikprodukte hypoallergen und speziell auf Augenverträglichkeit getestet.
Tabakrauch, Abgase, gechlortes Schwimmbadwasser oder ausdünstende Chemikalien können schnell zu roten Augen führen, verursachen aber in der Regel keine bleibenden Schäden. Wenn möglich, sollte man sich diesen Schadstoffen möglichst wenig aussetzen.
Kontaktlinsen liegen direkt auf dem Auge auf. Durch das Einsetzen oder Herausnehmen kann eine Reizung entstehen und eine Augenrötung zur Folge haben. Bei dauerhaften Beschwerden kann der Optiker über Alternativen aufklären. Einige Augentropfen können direkt auf die Kontaktlinse aufgetropft werden, fragen Sie uns in der Apotheke danach.

Bluterguss durch inneren Druck

Auch starkes Niesen oder Husten kann bewirken, dass ein Äderchen im Auge platzt. Dies kann beispielsweise auch beim Heben schwerer Gegenstände oder großer sportlicher Anstrengung passieren. Einige Frauen haben auch nach der Geburt durch das heftige Pressen rote Augen. Meist ist nur ein Auge davon betroffen. In diesen Fällen normalisiert sich der Zustand jedoch spätestens nach einigen Tagen ohne bleibende Schäden. Heparinhaltige Augentropfen beschleunigen die Heilung.

Rote Augen durch Augenerkrankung

Auch Erkrankungen der Augen können sich durch Rötungen äußern. Einen Augenarzt sollte man immer dann aufsuchen, wenn Folgendes zutrifft:

  • Das Auge wurde nachweislich durch einen Fremdkörper oder Chemikalien, einen Schlag oder Unfall verletzt
  • Die Rötung wird begleitet durch Brennen oder Schmerzen
  • Das Auge tränt stark
  • Es tritt (eitriges) Sekret aus
  • Die Augen sind morgens stark verklebt
  • Es kommt zu Sehstörungen, Schwindel oder Kopfschmerzen
  • Die Rötung hält länger als drei Tage an
  • Die Rötung tritt immer wieder auf

Entzündungen des Auges

Gelangen Viren und Bakterien ins Auge, können Entzündungen entstehen, die ebenfalls für gerötete Augen verantwortlich sein können. Hier tritt zusätzlich eitriges, schmieriges Sekret auf, nach der Nacht sind die Augen häufig verklebt. Vor allem bakterielle Augenentzündungen mit verschreibungspflichtigen Augensalben oder -tropfen behandelt werden. Augenentzündungen können sehr ansteckend sein und werden beispielsweise durch Sekretspuren an den Händen oder Handtüchern übertragen. Eine penible Handhygiene ist daher wichtig, bis die Entzündung abgeklungen ist. Zum Reinigen der Augenlider und Lidränder empfehlen sich hier sterile Kompressen, die mit einer Mizellen-Lotion und Hyaluronsäure getränkt sind.

Bindehautentzündungen entstehen durch vielfältige Ursachen wie Allergien, Fremdstoffe, Reizstoffe, Viren oder Bakterien. Häufig sind sie die Begleiterscheinung einer Erkältung und können sich anfangs in einer Rötung der Augen zeigen. Später treten dann Juckreiz, Schmerzen, Schwellung und Sekretabsonderung auf.
Sie kann zeitgleich mit der Bindehautentzündung auftreten und äußert sich vor allem in roten, geschwollenen Lidrändern. Oft führt auch ein Gerstenkorn zur Lidrandentzündung. Lindernd wirken desinfizierende, abschwellende Salben, sich selbstwärmende Augenmasken helfen gegen Verkrustungen.
Dringt die Bindehautentzündung tiefer ins Auge ein, entsteht eine Hornhautentzündung, meistens sind Infektionen hier die Ursache. Diese geht mit teilweise erheblichen vorübergehenden Einschränkungen des Sehvermögens einher. Deswegen sollte eine Augenentzündung möglichst schon im Anfangsstadium behandelt werden.
Die Gefäßhaut befindet sich im Augeninneren. Eine Entzündung kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Neben geröteten Augen äußert sie sich auch häufig in erhöhtem Blendempfinden und Sehstörungen, die wie Schlieren oder Flocken aussehen.
Durch Bakterien entsteht auch das sogenannte Gerstenkorn, eine eitrige Entzündung am Unter- oder Oberlid, wobei sich die im Augenlid vorkommenden Talg- und Schweißdrüsen entzünden und eine geschwollene, schmerzende Stelle entsteht. Dabei ist vor allem der Bereich um diese Entzündung gerötet. Linderung bringen Wärme und spezielle desinfizierende Augensalben.

Gerötete Augen bei schweren Augenerkrankungen

Auch schwerwiegende Augenerkrankungen wie eine Netzhautablösung oder ein Glaukomanfall (plötzliche Erhöhung des Augendrucks) können sich anfangs durch eine starke Augenrötung äußern. Diese Erkrankungen sind ein Notfall, da das Sehvermögen ernsthaft bedroht sein kann. Sobald das Auge extrem gerötet ist oder weitere Symptome (siehe oben) auftreten, muss schnellstmöglich eine Augenklinik aufgesucht werden.

Hilfe für die Augen

Man kann schon vorsorglich viel für die Augengesundheit tun. Befeuchtende Augentropfen, -gele und -salben helfen dabei, das Auge feucht und gesund zu halten. Der Wirkstoff Euphrasia kann schon bei Säuglingen und Kleinkindern verwendet werden. Einige Hausmittel wie Spülungen mit Kamille sind dagegen eher schädlich, weil sie Allergien auslösen können. Augentropfen müssen konserviert sein, allerdings bieten viele Hersteller auch konservierungsmittelfreie Produkte in Einzeldosisbehältnissen (EDO) an. Ihre Apotheke berät Sie gerne dazu!

Michael Glock,

Ihr Apotheker
Ihr Apotheker Michael Glock

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