Was bei Blähungen hilft
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Symbolbild

Blähungen sind nicht nur unangenehm, sie können auch richtig schmerzhaft sein. Wir sagen Ihnen, mit welchen Tricks Sie dem Blähbauch vorbeugen und welche Heilpflanzen und anderen Mittel am besten helfen.

Medizinisch gesehen sind Blähungen eine normale Begleiterscheinung von Verdauungsvorgängen. Abhängig von der Nahrung, produziert der Körper während der Verdauung mehr oder weniger Gase. Es gibt aber noch ein paar andere Dinge, die die Gasbildung fördern und dazu führen, dass man sich nach dem Essen unangenehm aufgebläht fühlt.

Das führt zum Blähbauch

Wer ständig unter Blähungen leidet, sollte nicht nur seine Ernährung, sondern auch seine Essgewohnheiten unter die Lupe nehmen. Denn nicht nur was, sondern auch wie wir essen beeinflusst, wie wir uns nach dem Essen fühlen. Diese Faktoren können einen Blähbauch begünstigen:

Hastiges Essen kann zu Blähungen führen, weil dabei oft vermehrt Luft geschluckt wird. Besser ist es, langsam und gründlich zu kauen – jeden Bissen 20- bis 30-mal. Das hat noch einen weiteren positiven Effekt: Je weicher der Nahrungsbrei wird, desto mehr entlastet das Magen und Darm. Außerdem tritt das Sättigungsgefühl beim langsamen Essen und häufigen Kauen schneller ein und Sie essen dadurch automatisch weniger.
Ballaststoffe sind Kohlenhydrate, die unser Körper nicht verdauen kann. Zwar sind ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte gesund und wichtig für die Verdauung. Sie können allerdings in größeren Mengen und bei Umstellung der Ernährung Blähungen hervorrufen. Werden die Ballaststoffe allerdings regelmäßig verzehrt, gewöhnt sich der Darm daran und die Blähungen lassen nach.

Achten Sie auch darauf, viel zu trinken, damit die Ballaststoffe im Darm besser quellen können. Sonst entziehen die pflanzlichen Faserstoffe dem Verdauungssystem Wasser. So entstehen Verstopfung und lästige Gasbildung. Wer besonders empfindlich reagiert, sollte auf stark kohlensäurehaltige Getränke verzichten.
Auch Fruchtzucker und Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Sorbit, Maltit oder Isomalt können zu Blähungen führen. Schauen Sie auf die Zutatenliste von Lebensmitteln und meiden Sie entsprechende Stoffe. Besser ist es, zuckerhaltige Lebensmittel nur in kleinen Mengen zu essen. Beobachten Sie, ob sich die Beschwerden dann bessern.
Manche Lebensmittel sind besonders schwer verdaulich. Zum Beispiel, wenn sie viel Fett, Eiweiß oder Ballaststoffe enthalten. Zwiebeln, Kohl und Hülsenfrüchte sind sehr ballaststoffreich und meist nur in Maßen verträglich. Bei Milchprodukten mit einem Fettgehalt von über 45 Prozent wie Käse, Sahne, Mascarpone, Schmand und Crème fraîche kann der Magen rumoren. Auch fettes Fleisch wie Speck oder die Haut von Geflügel, fetter Fisch oder zu viel Öl strapazieren den Magen.
Manchmal liegt die Ursache der Blähungen in einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln. Oft hilft dann Ausprobieren: Verzichten Sie zwei bis drei Wochen jeweils auf bestimmte Lebensmittel wie Getreideprodukte, Milchprodukte oder Obst. Beobachten Sie, ob die Blähungen nachlassen und halten sie die verdächtigen Lebensmittel in einem Ernährungstagebuch fest.

Bei anhaltenden Problemen wenden Sie sich an Ihren Arzt. Er kann mit einem Test herausfinden, ob Milchzucker, Fruktose, Histamin oder Gluten der Übeltäter ist.
Stress, seelische Anspannungen und Ängste können auf den Magen schlagen und Blähungen auslösen. Versuchen Sie deshalb, im Alltag mehr Ausgleich und Entspannung zu finden.

Hilfe aus der Küche

Gute und vielseitige Verdauungshilfen stehen in vielen Küchen griffbereit im Gewürzregal. Oregano, Anis oder Majoran wirken verdauungsfördernd. Auch Kardamom, Gewürznelke, Ingwer und Kurkuma sind wohltuend.

Seit jeher gilt Kümmel als das wirkungsvollste pflanzliche Mittel gegen Blähungen und Krämpfe im Magen-Darm-Bereich. Er enthält ätherische Öle, die beruhigend und entkrampfend wirken. Kümmelsamen können auch vorbeugend ballaststoffreichen Speisen wie Kohlgerichten zugesetzt werden.

Hilfe aus der Apotheke

Viele frei verkäufliche Mittel aus Ihrer Flora-Apotheke schaffen Erleichterung bei länger anhaltenden Verdauungsbeschwerden. Dazu gehören vor allem hochwertige Arzneitees, pflanzliche Magen-Darm-Tropfen oder -Kapseln und sogenannte Entschäumer.

Zu den besten Tees gegen Blähungen zählen jene aus bitterstoffhaltigen Pflanzen wie Löwenzahn und Wermut. Pfefferminze wirkt krampflösend und Fenchel, Kümmel und Anis beruhigend. Rein pflanzliche Inhaltsstoffe bedeuten übrigens nicht, dass sie grundsätzlich harmlos sind. Auch sie können Neben- und Wechselwirkungen oder Allergien hervorrufen. Deshalb sollten Sie dauerhaftes Trinken von Arzneitees mit uns in Ihrer Flora-Apotheke besprechen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Tees aus Supermärkten sind Arzneitees hochwertiger, da sie eine höhere Konzentration der pflanzlichen Wirkstoffe enthalten. So ist für Pfefferminze in einem Arzneitee ein Mindestgehalt von 1,2 Prozent ätherischem Öl gesetzlich vorgegeben. In handelsüblichen Lebensmitteltees sind es nur 0,6 Prozent. Außerdem gilt bei handelsüblichem Pfefferminztee der Mindestgehalt an ätherischem Öl nur zum Zeitpunkt der Abfüllung. Bei Arzneitees muss er bis zum Verfallsdatum nachweisbar sein.  
Präparate gegen Blähungen enthalten Heilpflanzen, die mit ihren ätherischen Ölen entkrampfend und verdauungsfördernd wirken. Zum Beispiel sind das Anis, Fenchel und Kümmel. Pfefferminze, Gänsefingerkraut, Angelikawurzel und Kamille wirken krampflösend.

Auch Bitterstoffe aus Pomeranzenschale, Löwenzahn, Wermutkraut oder Enzianwurzel können helfen, indem sie die Magensaft- und Galleproduktion anregen. Diese bitterstoffhaltigen Mittel wirken am besten, wenn sie etwa eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen werden.

Bei anhaltenden Blähungen gibt es Weichkapseln mit hochkonzentriertem Pfefferminz- und Kümmelöl. Diese lösen sich erst im Dünndarm auf und gehen dort vor Ort gegen die Krämpfe und gasbildenden Bakterien vor.
Bei Blähungen kommt es zu vielen kleinen Luftbläschen, ähnlich wie bei einem Schaum. Frei verkäufliche Medikamente mit den Inhaltsstoffen Dimeticon oder Simeticon werden auch Entschäumer genannt. Sie sorgen dafür, dass die Oberfläche der Gase herabgesetzt wird und so große Blasen zu kleinen Bläschen zerfallen. Sie wirken rein physikalisch und werden vom Körper nicht verarbeitet. Deshalb sind sie sehr gut verträglich. Entschäumer können auch während der Schwangerschaft, Stillzeit und schon bei Säuglingen eingesetzt werden

Sport für den Darm

Ausreichend Bewegung ist für eine gute Verdauung wichtig. Die körperliche Aktivität bringt den Magen-Darm-Trakt in Schwung und hilft, den Nahrungsbrei durch den fünf bis sieben Meter langen Darm zu schieben. Je länger das dauert, umso mehr Blähungen können entstehen.

Michael Glock,

Ihr Apotheker
Ihr Apotheker Michael Glock

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