Vitamin D Mangel vermeiden: Zwei junge lachende Frauen in Wintermänteln gehen in verschneiter Landschaft spazieren.
wdv/Lauer
Symbolbild

Warum so viele betroffen sind und welche Schritte wirklich helfen, den Vitamin-D-Spiegel sicher zu verbessern.

Ein Vitamin-D-Mangel ist in Deutschland weit verbreitet und betrifft deutlich mehr Menschen, als viele denken. Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben rund 30 % der Erwachsenen unzureichende Werte, weitere 38 % sogar einen ausgeprägten Mangel. Die Folgen spüren viele, ohne die Ursache zu kennen: Müdigkeit, Muskelschwäche, Infektanfälligkeit oder diffuse Knochen- und Gliederschmerzen. Gleichzeitig gibt es einfache und gut verträgliche Möglichkeiten, den Spiegel wieder anzuheben. Erfahren Sie, warum Vitamin D so wichtig ist, wie ein Mangel entsteht und welche Maßnahmen wirklich helfen – von Sonne über Ernährung bis zur passenden Nahrungsergänzung.

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Warum Vitamin D so wichtig ist

Vitamin D übernimmt im Körper viele Aufgaben. Am bekanntesten ist seine Rolle für starke Knochen, da es die Aufnahme von Calcium reguliert. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Der Nährstoff unterstützt außerdem die Muskeln, beeinflusst das Immunsystem und spielt eine Rolle bei Entzündungsprozessen. Unser Körper kann Vitamin D grundsätzlich selbst herstellen, aber dazu benötigt er UV-B-Licht. In Deutschland ist die Sonne jedoch in den Wintermonaten von Oktober bis März zu schwach, als dass der Körper selbst ausreichend Vitamin D bilden kann. Deshalb sinken die Werte bei vielen Menschen im Verlauf des Winters deutlich ab.

Wie ein Vitamin-D-Mangel entsteht

Der wichtigste Grund für niedrige Werte ist schlicht mangelnde Sonne auf der Haut. Viele verbringen ihren Alltag drinnen, haben Arbeitszeiten ohne echte Sonnenmomente oder schützen sich intensiv mit Kleidung und Sonnencreme. Für eine ausreichende Bildung würde an sonnigen Sommertagen schon ein kurzer Aufenthalt im Freien reichen – etwa 10 bis 20 Minuten mit freiem Gesicht, Armen und Beinen. Doch das gelingt vielen kaum regelmäßig.

Auch der Hauttyp spielt eine Rolle. Menschen mit dunklerer Haut benötigen deutlich mehr Sonnenlicht, da der höhere Melaningehalt UV-Strahlung blockiert. Ältere Menschen wiederum können Vitamin D schlechter bilden. Hinzu kommt, dass die Ernährung nur einen sehr kleinen Teil des Bedarfs deckt. Zwar enthalten Fischsorten wie Hering oder Lachs relevante Mengen (25 µg bzw. 16 µg pro 100 g), doch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt den täglichen Bedarf mit 20 µg an (Quelle: DGE ). Das ist allein über Lebensmittel kaum zu erreichen. Übergewicht kann den Spiegel zusätzlich senken, weil Vitamin D im Fettgewebe gebunden wird. Und bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können ebenfalls die Aufnahme oder Umwandlung stören.

Welche Symptome auftreten können

Ein Vitamin-D-Mangel macht sich anfangs oft nur vage bemerkbar. Viele Betroffene berichten über Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Muskelschwäche. Auch Knochen- oder Gelenkschmerzen, häufige Infekte und Stimmungsschwankungen sind möglich. Weil diese Beschwerden so unspezifisch sind, fällt der Zusammenhang mit Vitamin D oft nicht sofort auf. Erst eine Blutuntersuchung zeigt zuverlässig, ob der Spiegel wirklich zu niedrig ist. Dabei wird der Wert „25-OH-Vitamin D“ gemessen – der wichtigste Marker für die Versorgung.

Als ausreichend gelten in Deutschland Werte ab 20 ng/ml (50 nmol/l). Liegt der Wert unter 12 ng/ml (30 nmol/l), sprechen Fachgesellschaften von einem echten Mangel. Manche Experten empfehlen bei Risikogruppen höhere Zielwerte, etwa um 30 ng/ml (75 nmol/l).

Wie man einen Vitamin-D-Mangel zuverlässig behebt

Viele Menschen möchten ihren Vitamin-D-Spiegel gerne auf natürliche Weise verbessern. Das ist im Sommer durchaus möglich. Schon wenige sonnige Minuten auf unbedeckter Haut reichen aus, um den Körper anzuregen. Wichtig ist aber, die Haut nicht zu überfordern – Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko und sollte unbedingt vermieden werden.

Auch über die Ernährung lässt sich der Spiegel ein Stück weit beeinflussen. Fetter Fisch, Eier und bestimmte Pilze (vor allem UV-bestrahlte Champignons) tragen zur Versorgung bei. Dennoch ist die Zufuhr über Lebensmittel allein selten ausreichend, um einen bestehenden Mangel auszugleichen.

Deshalb führt an einer passenden Nahrungsergänzung in vielen Fällen kein Weg vorbei. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt 20 µg Vitamin D pro Tag (800 I.E.) als Menge, die notwendig ist, wenn der Körper nichts selbst herstellen kann. Diese Dosis dient jedoch eher zur Erhaltung eines guten Spiegels. Wenn bereits ein Mangel besteht, sind etwas höhere Dosierungen sinnvoll – häufig zwischen 1000 und 2000 I.E. pro Tag, je nach Ausgangswert. Bei deutlicher Unterversorgung können auch 2000 bis 4000 I.E. für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden.

Ob man Vitamin D täglich oder wöchentlich einnimmt, macht in der Wirkung kaum einen Unterschied. Viele empfinden tägliche Tropfen oder Tabletten als einfach, andere bevorzugen eine wöchentliche Dosis. Beide Varianten funktionieren gut. Häufig wird im Zusammenhang mit Vitamin D auch Vitamin K2 erwähnt. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass es die Einlagerung von Calcium unterstützen kann, nötig ist es aber nicht zwingend. Wer Blutverdünner einnimmt, sollte dies ohnehin immer vorher ärztlich abklären.

Wann Vorsicht geboten ist

Vitamin D ist zwar gut verträglich, aber zu hohe Mengen können schaden. Das tritt fast ausschließlich durch sehr hohe Nahrungsergänzungen auf, nicht durch Sonne oder normale Ernährung. Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit, Bauchschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder Nierenprobleme. Die europäische Behörde EFSA sieht 4000 I.E. pro Tag als sichere Obergrenze für Erwachsene an, solange keine medizinische Betreuung nötig ist. Höhere Dosierungen sollten immer ärztlich begleitet werden.

Sinnvoll ist außerdem eine Blutkontrolle nach etwa drei Monaten Einnahme, um zu sehen, ob der gewünschte Spiegel erreicht wurde.

Risikogruppen, die besonders aufpassen sollten

Einige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für niedrige Vitamin-D-Werte. Dazu gehören Säuglinge, die im ersten Lebensjahr standardmäßig 400–500 I.E. täglich erhalten. Auch Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf und sollten den Spiegel gegebenenfalls überprüfen lassen. Senioren bilden weniger Vitamin D über die Haut, zudem steigt in höherem Alter das Risiko für Knochenprobleme. Menschen mit dunkler Haut benötigen mehr Sonne zur Bildung von Vitamin D und profitieren häufig von einer regelmäßigen Ergänzung. Auch bei Übergewicht kann der Spiegel trotz Supplementierung langsamer steigen, da Vitamin D stärker im Körperfett gespeichert wird.

Vitamin-D-Mangel kurz & knapp

Vitamin-D-Mangel betrifft in Deutschland sehr viele Menschen, besonders in den lichtarmen Monaten. Die Beschwerden sind oft unspezifisch und werden selten sofort erkannt. Doch mit etwas Hintergrundwissen lässt sich ein Mangel gut beheben. Kurze Sonnenmomente im Sommer, eine bewusste Auswahl an Lebensmitteln und eine passende Nahrungsergänzung bilden zusammen den zuverlässigsten Weg zu stabilen Werten. Wichtig ist, realistisch zu bleiben: Der Aufbau braucht Zeit, meist mehrere Wochen, doch die Mühe lohnt sich.

Ihre Flora-Apotheke kann sehr genau einschätzen, welches Präparat zu Ihrer Lebenssituation passt. Tropfen, Tabletten, Kombinationen oder verschiedene Dosierungen – hier gibt es deutliche Unterschiede. Auch mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten lassen sich am besten direkt vor Ort besprechen. Zudem bekommen Sie Unterstützung, wenn es darum geht, eine individuell passende Dosierung zu finden oder einen Einnahmeplan für den Winter zu erstellen.

FAQ: Häufige Fragen zum Vitamin-D-Mangel

Wie schnell bessert sich ein Vitamin-D-Mangel?

Oft nach acht bis zwölf Wochen, abhängig von Dosierung und Ausgangswert.

Kann ich Vitamin D überdosieren?

Ja, aber fast nur durch extrem hohe Nahrungsergänzungen. Bis 4000 I.E. täglich gelten für Erwachsene als sicher.

Hilft Vitamin D gegen Müdigkeit?

Bei nachgewiesenem Mangel kann sich das Energieniveau deutlich verbessern.

Reicht die Sonne im Sommer aus?

Meist ja – wenn man regelmäßig kurze Zeit Arme und Beine unbedeckt lässt.

Brauche ich Vitamin D das ganze Jahr?

Viele Menschen benötigen zumindest im Winterhalbjahr ein Supplement.

Am besten zu den Mahlzeiten

Nehmen Sie Vitamin D am besten zusammen mit einer Mahlzeit ein, die etwas Fett enthält – etwa Joghurt, ein Butterbrot oder eine warme Mahlzeit. So kann der Körper es viel besser aufnehmen. Wer Tropfen nutzt, kann sie einfach auf einen Löffel Öl oder direkt ins Essen geben. Achten Sie auf qualitativ hochwertige Präparate aus der Apotheke. Und besonders wichtig: Wenn Sie Herz- oder Nierenmedikamente einnehmen oder zusätzlich Calcium nutzen, lassen Sie sich unbedingt beraten – denn hier können Wechselwirkungen entstehen.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Flora-Apotheke in Florstadt . Stand 01/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Flora-Apotheke in Florstadt vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.


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